Ausstellung vom 8. September bis zum 6. Oktober 2019

Cigdem Aky
„kreuz und quer“

Cigdem Aky ist 1989 in München geboren:
Sie lebt und arbeitet in München.

Von 2009 bis 2013 hat die Künstlerin an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Jerry Zeniuk, Myriam Holme und Thomas Scheibitz studiert,

von 2013 bis 2016 hat sie ihr Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe fortgesetzt und dort

2016 – 2017 als Meisterschülerin bei Prof. Helmut Dorner abgeschlossen.

Die Liste ihrer Ausstellungen und Preise seit 2012 ist umfangreich

Der Ausstellungstitel „kreuz und quer“ spielt auf
die vielschichtigen, widersprüchlichen und damit auch irritierenden Qualitäten
der Malerei von Cigdem Aky an:

In unterschiedlichen Laufrichtungen überlagern sich kompakte oder halbtransparente, klar begrenzte oder eher flüchtige, stumpf oder leuchtend getönte Farbstreifen.
Diese Farbfelder belegen die gesamten Bildflächen in wechselnd wahrgenommenen Höhenlagen und Dichtegraden, sodass bewegte Farb-Raum-Geflechte ohne neutralisierende farbfreie Zwischenräume entstehen.

Hier die Künstlerin selbst zu ihrem Arbeitsansatz:

1
Im Grund kann man meine Malerei in zwei Sätzen erklären:
Ich trage Farbe auf – und reagiere darauf.

2
Jede meiner Malereien besteht im Grunde aus drei Bausteinen:
Tiefe, Struktur und Farbton.

Mit diesen 3 Bausteinen möchte ich auf der Leinwand
einen Farbraum erschaffen.
Jeder Farbraum hat seine ganz spezielle Beschaffenheit:
eine eigene Tiefe und ein eigenes Gefühl, das er transportiert.
Bei der Zusammensetzung der Farben zu einem Farbraum
geht es mir darum, dass das Bild insgesamt seine größtmögliche Tiefe erreicht,
in die der Betrachter hineingezogen wird und die ihn gefangen nimmt.

3
Beim Auftrag der Farbe achte ich besonders auf die Struktur des Farbauftrags:

Ich möchte den Eindruck erwecken, als wäre die Farbe,
die ich auf die Leinwand übertragen habe, in Bewegung.
Dem Betrachter möchte ich dabei zusätzlich das Gefühl geben, die Bilder seien
lebendig, in dieser Sekunde erst fertig gemalt, noch ganz frisch.

4
Ich kann nicht nach Vorlagen, Fotos oder Skizzen arbeiten.
Dies würde in mir das Gefühl auslösen,
das Bild, das ich malen will schon zu oft gesehen zu haben.
Deshalb arbeite ich ausschließlich aus dem Gedächtnis.

5
Ich habe allerdings eine Stütze, wenn ich aus dem Gedächtnis arbeite:
Als Motiv wiederhole ich immer dieselbe konstruierte Form.
Diese Form ist für mich wie eine Art Schablone, die ich beim Einsatz
der Bildbausteine benutze.

Für Betrachter mag es deshalb so aussehen,
als würde ich ständig dasselbe Bild malen.
In Wahrheit schaffe ich immer wieder ein anderes Gefühl:
So sieht der Betrachter vielleicht immer die gleiche Form,
nimmt sie jedoch immer anders wahr.

6
Farbe hat wie Wasser keine eigene Form.
Ich sehe die Form, die ich immer wiederhole
als eine Art durchsichtiges Gefäß, in das ich die Farbe füllen kann.

7
Meine selbstkonstruierte Form besteht aus 2 Elementen:
Einem klaren geometrischen Element in der Mitte
und zweitens
der Geste meiner Hand, der Bewegung meiner Hand und dem Pinselstrich.

Diese Form vereint den Gegensatz
aus
kontrollierter konstruktiver Malerei ohne Handschrift
und
unkontrollierter, gestischer Malerei.

Quelle
Cigdem Aky:
Mein Arbeitsansatz : Kurzbeschreibung
Manuskript ohne Jahr

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