3 – Sebastian Speckmann „Der schielende Hund“

Ausstellung vom 21.Juni bis zum 19.Juli 2020

Sebastian Speckmann
„Der schielende Hund“
Linolschnitte und Zeichnungen

Unsere Aufmerksamkeit für den Leipziger Künstler Sebastian Speckmann wurde
geweckt und lebendig gehalten durch persönliche Empfehlung, durch Internet-Recherchen zu seinen Ausstellungs-Aktivitäten und -Erfolgen und durch Nachrichtenkontakte.

Persönlich kennengelernt haben wir Sebastian Speckmann im Sommer 2019
beim Besuch seines Ateliers in Leipzig.
Dort machten wir beim Betrachten seiner Drucke und Druckplatten wie beiläufig die
Erfahrung, dass es garnicht so leicht ist, mit diesen Bildern schnell fertig zu sein.
ln der Vorbereitung unserer Ausstellung haben wir uns an diesen Eindruck
erinnert, haben nach Erklärungen dafür gesucht und sind im Katalogtext zu Sebastian Speckmanns Einzelausstellung „Some things can be left unsaid“ auf Passagen zur Arbeitsweise des Künstlers gestoßen, die für uns Schlüssel liefern.
Wir zitieren daraus:

“ Sebastian Speckmann bewegt sich zwischen den Medien Linolschnitt, Holzschnitt,
Zeichnung, Collage und lnstallation.. .‘
…(Seine) Arbeiten entstehen in einen langwierigen Prozess:
Bei Linolschnitten steht am Anfang eine Idee, dann beginnt die Arbeit direkt auf der Platte: schneiden, prüfen, oft auch wieder auslöschen und neu komponieren, erneut schneiden, prüfen und so fort …

… Seine Drucke sind tendenziell dunkel gehalten. Mit vielfältigen
Schnitt- und Stichmethoden, linear und punktuell, arbeitet er die gegenständlichen
Darstellungen in die Platte hinein.
Die Landschaften und Szenen, die so entstehen, erscheinen vertraut und real –
bei genauerer Betrachtung sind sie jedoch nicht exakt in Raum und Zeit zu verankern.
Die Motive stammen aus Sebastian Speckmanns persönlichem Erfahrungs-, Erinnerungs- und Bilderschatz, lassen sich aber auch mit der jedem Betrachter eigenen Welt verbinden.

. . . Sebastian Speckmanns Bildschöpfungen eröffnen Räume, Räume für Assoziationen, Räume zum Denken … Leerstellen werden gelassen, Aussparungen gewährenleisten die Luft zum Atmen.
Zusammengesetzt aus Versatzstücken verschiedener Quellen werden Möglichkeiten für Geschichten aufgebaut. Die Werke erinnern an Film-Stills, deren Davor und Danach im Graubereich bleibt.“ (*)

Sebastian Speckmann ist 1982 in Wolfen geboren.
Er lebt und arbeitet in Leipzig.
Die Stationen seiner künstlerischen Ausbildung waren:
2003 bis 2011 Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig
2008 Royal Academy of Arts, London
2009 Diplom bei Prof. Neo Rauch
2009 bis 2011 Meisterschüler bei Prof. Heribert Ottersbach

(*) Autorin des zitierten Texts:
ANNA WESLE
in
SEBASTIAN SPECKMANN: Some things can be left unsaid
Museum Franz Gertsch Kabinett Edition No 09